Was tun bei Notfällen?

In dringenden Fällen wenden Sie sich an:

Universitätsklinikum Ulm urologische Ambulanz,
Tel.: 0731-5000 oder an das

Bundewehrkrankenhaus Ulm, urologische Ambulanz,
Tel.: 0731-1710-0 oder ab 18 Uhr an den

KV Dienst im Bundeswehrkrankenhaus Ulm Tel.: 0731-116117

Notfälle erfordern eine umgehende ärztliche Behandlung und werden in den Routinebetrieb eingeschoben. Bitte informieren Sie uns telefonisch über ihre Beschwerden. Wir werden Ihnen dann einen umgehenden Termin anbieten. Wir bitten um Verständnis, dass wir im Falle eines Notfalls nur eine dringliche Diagnostik und Therapie einleiten können.

Sie erreichen uns unter:
Tel.: 0731 880 313 0 oder
Tel.: 0731 880 313 20

Hier einige Beispiele für dringend urologisch behandlungsbedürftige Situationen

Akute Harnverhaltung

Schmerzen im Unterbauch, Urinieren nicht möglich (Harnsperre), gelegentlich kommt es zu unwillkürlichen Abgang von Urin, die Miktionsportionen sind klein und führen nicht zu einer Erleichterung. Durch Ablassen des Urins über einen Katheter kommt es zu einer sofortigen Erleichterung.

Anurie

Keine Harnproduktion. Plötzlicher Verlust der Nierenfunktion und Harnproduktion durch Schock, Entzündung oder Abflussbehinderung. Diagnose durch Urologen. Therapie je nach Ursache meist im Krankenhaus.

Nierenkolik

Meist hervorgerufen durch Steine kommt es zu akuten, wellen- und kolikartige Schmerzen im Bereich einer Flanke, des Unterbauchs oder der Leiste. Die Schmerzen können kombiniert sein mit Übelkeit und oder Erbrechen, gelegentlich besteht ein gesteigerter Harndrang, u.U. blutiger Harn. Besonders das Auftreten einer Harnstauung in Kombination mit einem Harnwegsinfekt und/oder Fieber kann eine akut lebensbedrohliche Situation hervorrufen.

Hodenschmerzen

Vor allem bei Kindern und jüngeren Erwachsenen kann es sich um eine Hodenverdrehung (Hodentorsion) handeln. In diesem Fall ist unverzüglich der Urologe aufzusuchen, da bei verzögerter Diagnostik und Behandlung die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Schädigung des Hodens deutlich ansteigt. Weiters kann sehr oft eine Entzündung des Hodens oder Nebenhodens zu erheblichen Schmerzen führen – auch hier ist eine rasche Behandlung erforderlich, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Bei Entzündungen des Hodens oder Nebenhodens kommt es häufig zu deutlichen Schwellung des Hodens. Gelegentlich kann auch ein Hodentumor zu Schmerzen und einer Schwellung führen. In allen Fällen suchen Sie bitte umgehend die Sprechstunde auf. Am Wochenende sollten Sie eine Urologische Abteilung eines Krankenhauses aufsuchen.

Blutiger Harn (Hämaturie)

Rot verfärbter Urin ohne Schmerzen. Sie sollten umgehend die Sprechstunde aufsuchen. Ursache einer schmerzlosen Hämaturie kann z.B. ein Tumor der Harnblase oder Niere sein. Ebenfalls können auch Medikamenteneinnahme, entzündlichen Erkrankungen der Niere, sowie ein stattgefundener Sturz eine Hämaturie auslösen. Nehmen Sie keine Aspirin oder ASS-(Acetylsalizylsäure)-hältigen Schmerzmittel ein, da diese die Blutgerinnung stark herabsetzen und so die Blutung verstärken können!

Paraphimose («Spanischer Kragen»)

Wenn sich die Vorhaut nicht mehr zurückstreifen lässt und eine schmerzhafte Schwellung unterhalb der Eichel auftritt, sollte dies so bald als möglich durch den Urologen (ggf. mit örtlicher Betäubung) behandelt werden. Eine Selbstbehandlung mit Manipulationen, Cremes oder Bädern – führen in der Regel zu einer Verstärkung der Schwellung und Schmerzen.

Priapismus

Über mehrere (6 und mehr) Stunden andauernde schmerzhafte ungewollte Erektion, Eventuell tritt diese nach einer Überdosieung bei einer Schwellkörperinjektionstherapie auf.

Harnwegsinfekt, Blasenentzündung

Es besteht ein deutlich gesteigerter Harndrang mit einem Brennen beim Wasserlassen. Teilweise kann der Urin blutig erscheinen. Gelegentlich kommt es nicht zu einem Brennen beim Wasserlassen, dann besteht ein dumpfer Schmerz im Unterbauch. Kommt es zu einem Wandern der Bakterien in Richtung Niere, tritt in der Regel Fieber und ein deutlicher Schmerz in der Flanke auf.

Akute Prostatitis

Es bestehen deutliche Schmerzen beim Wasserlassen, verbunden mit einem gesteigerten Harndrang. Fieber ist gelegentlich auch vorhanden. Schmerzen beim Stuhlgang oder im Damm- und Beckenbereich deuten ebenfalls auf eine Entzündung der Prostata hin.

Verletzung, Einriss des Vorhautbändchens (Frenulum)

In der Regel bei sexueller Aktivität kann es, wenn das Bändchen etwas verkürzt ist, zu einem Einriss des Vorhautbändchens (Frenulum) kommen. Dies führt häufig zu einer Blutung. In lokaler Betäubung kann die Blutung schnell gestillt werden, in gleicher Stizung wird eine sogenannte Frenulumplasitk durchgeführt.